Küttner-Villa

Richtfest an der Küttner-Villa

23.02.2010

Neues Domizil für Musikschule soll Ende 2010 fertig sein

Im Beisein von OB Klaus-Peter Hanke (v.l.) übergibt Heiko Lachmann vom Vorstand der Ostsächsischen Sparkasse Dresden den Bewilligungsbescheid an den Vorsitzenden der Musikschule Sächsische Schweiz, Jürgen Opitz. (Quelle: www.pirna.de)
Im Beisein von OB Klaus-Peter Hanke übergibt Heiko Lachmann vom Vorstand der Ostsächsischen Sparkasse Dresden den Bewilligungsbescheid an den Vorsitzenden der Musikschule Sächsische Schweiz, Jürgen Opitz.

Am heutigen 23. Februar 2010 schlug Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke anlässlich des Richtfestes an der Küttner-Villa den letzten Nagel in den Dachstuhl ein. Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke sagte in seiner Ansprache vor Landrat Michael Geisler, Heiko Lachmann, Vorstandsmitglied der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, sowie beteiligten Baufirmen und Journalisten: „Für mich ist es am Tag 2 meiner Amtsführung eine besondere Freude, den letzten Bauabschnitt für die Musikschule einzuleiten. Es war die richtige Entscheidung, in diesem historisch wertvollen Gebäude mit der schönen Parkanlage eine künstlerische Nutzung unterzubringen. Ich bin mir sicher, dass sich die Lehrer und Schüler der Musikschule hier sehr wohl fühlen werden.“

Landrat Michael Geisler würdigte den Sanierungsfortschritt so: „Ich freue mich sehr, dass unsere Musikschule bald in ihre neuen Räume ziehen kann. Über viele Jahre waren die Bedingungen teilweise sehr schwierig. Trotzdem erbrachten Lehrer und Schüler hervorragende musikalische Leistungen, was nicht zuletzt beim Wettbewerb Jugend musiziert immer wieder eindrucksvoll und mit Erfolg zu Ausdruck kam.“ Das denkmalgeschützte Gesamtensemble umfasst eine Fläche von 1,49 Hektar. Dazu gehören heute neben der ehemaligen Fabrikantenvilla (Haupthaus) ein Wohnhaus, ein Nebengebäude, ein Pavillon und ein kulturhistorisch wertvoller Park.

Ausgangspunkt des gesamten Anwesens ist eine Kattundruckerei. Im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde sie zur Villa umgebaut und das Grundstück im Stil einer barocken Schlossanlage angelegt. Hier wohnte der Dresdner Bankiers Chr. G. Mauckisch. Im frühen 20. Jahrhundert erfolgte unter dem Industriellen Hugo Küttner der Umbau zum heute noch bestehenden Ensemble. Das zu DDR-Zeiten als Pionierhaus und später von Vereinen genutzte Gebäude verfiel nach der Wende immer mehr und stand ab 1997 komplett leer. Im Jahr 2000 erfolgte mit der Dachsanierung die Sicherung der desolaten Villa. Die Hochwasserkatastrophe im August 2002 führte jedoch zu enormen Schäden im Mauerwerk. 2006 wurden diese beseitigt.

Am 8. Juli 2008 stimmte der Pirnaer Stadtrat der kompletten Modernisierung der Küttner-Villa und dem Umbau zur Musikschule unter dem Einsatz von Städtebaufördermitteln zu. In Abstimmung mit den Planern und der Musikschule wurde ein instrumenten-spezifisches Raumkonzept für die einzelnen Gebäude, vor allem hinsichtlich der Raumakustik, entwickelt. In dem neuen Domizil können die Musikschüler in 16 Räumen an den unterschiedlichsten Instrumenten unterrichtet werden. In der Villa entstehen zehn Unterrichtsräume, ein Tanzsaal und ein Veranstaltungsraum für maximal 70 Zuschauer. In den beiden Nebengebäuden wird neben sechs weiteren Unterrichtsräumen ein Proberaum für die Jazzband im Dachgeschoss des Hauses B geschaffen. Noch im Jahr 2008 fiel der Startschuss der Bauarbeiten mit dem Abriss des ehemaligen, ruinösen Pferdestalles.

Hier werden Stellplätze für 16 Autos und 44 Fahrräder hergerichtet. Im September letzten Jahres begann der Innenausbau der Villa mit der Entkernung und der Freilegung der Decken. Vergangene Woche wurden die letzten Untersuchungen für das Holzschutzgutachten durchgeführt. Nachdem im Dezember 2009 der Dachstuhl des Nebengebäudes (Haus C) fertig gestellt wurde, werden derzeit zwei großen Gauben auf das Wohnhaus (Haus B) aufgesetzt. Aus diesem Anlass findet jetzt das Richtfest statt.

Je nach Witterung gehen in den nächsten Wochen die Dacharbeiten an Haus B und C sowie der Innenausbau in der Villa weiter. Außerdem steht die Neugestaltung des Parks in Anlehnung an historische Vorlagen an. Dazu beginnen diese Woche Fällarbeiten. Die Zustimmungen der Unteren Denkmalschutzbehörde und des Landesamtes für Denkmalschutz, Referat für Gartendenkmalpflege, liegen vor. Unter dem Gesichtspunkt des Gartendenkmals werden störende in jüngerer Zeit aufgewachsene Gehölzexemplare herausgenommen, um den wertvollen prägenden Baumbestand zu fördern. Ziel ist es, die historische Parkstruktur wieder erlebbar zu gestalten, den Park für Konzerte nutzbar zu machen und dabei die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten. Die Ersatzpflanzungen erfolgen im Zuge der Neugestaltung des Parks.

Die Kosten für das gesamte Vorhaben belaufen sich auf voraussichtlich 4,4 Millionen Euro. Die Förderquote beträgt 80 Prozent. Maßgeblich unterstützt wird die Restaurierung der Küttner-Villa durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Ostsächsische Sparkasse Dresden. Anlässlich der Übergabe des Bewilligungsbescheides beim Richtfest sagte Heiko Lachmann, Vorstandsmitglied der Ostsächsischen Sparkasse Dresden: „Eine Musikschule braucht ein Dach über dem Kopf. Ein besonders schönes Haus wie die Küttner-Villa für die Musikschule wieder aufzubauen, ist ein klares Zeichen dafür, dass die Sächsische Schweiz und die Stadt Pirna auch zukünftig auf die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen setzen.

Ein Engagement, das wir gern unterstützen.“ Ziel ist der Abschluss der Sanierung bis Ende 2010, so dass die Musikschule Sächsische Schweiz ihr neues Domizil in den Winterferien 2011 beziehen kann.

Quelle: www.pirna.de – Autor: Sabine Schlechtiger, Pressesprecherin

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